Die Integrative Bewegungs- und Leibtherapie (IBT) versucht, den Menschen in seiner Leiblichkeit, d. h. in seinem körperlichen Befinden, seinen emotionalen Regungen, sozialen Interaktionen und geistigen Strebungen zu erreichen. In der Bewegung drückt sich nicht nur der Körper, sondern der ganze Mensch aus.

Mit dem Medium Bewegung werden einerseits Gefühle und Gedanken in Gesten, Haltungen, nonverbalen Szenen zum Ausdruck gebracht und somit sichtbar für Andere, Bewegungsausdruck wird so zum Kommunikationsmittel. IBT beruht vor allem auf dem Leibbegriff der Integrativen Therapie, der die funktionalen, perzeptiven, memorativen, reflexiven und expressiven Aspekte des Leibes unterscheidet. Das bio-psycho-sozial-ökologische Menschenbild fächert die Komplexität der Bewegung in verschiedene Dimensionen auf.

Bewegungserfahrungen werden im memorativen Leib, im Leibgedächtnis gespeichert und verweisen auf die Relationalität der menschlichen Bewegung. Der memorative Leib zeigt die Spuren der Lebens-Wege im Leib, in der Gangart und zeigt kulturelle Zuschreibungen und Erwartungen: Bewegungsausdruck ist immer sozial und kulturell geprägt. Der ökologische Aspekt der Bewegung bezieht sich auf das Umfeld, in dem Bewegung und Entwicklung stattfindet. Der Leib als totales Sinnesorgan ist Teil der Welt, ist in der Welt und kann ohne Bezogenheit auf die soziale und ökologische Umwelt nicht existieren. Die grundgelegte Expansionslust und Neugier sind ein wesentlicher Entwicklungsmotor für Fortbewegung und Handlungsfreude.

Im Körper, im Leib, im Gehirn werden die leibhaftigen Bewegungserfahrungen zu Spuren, Gräben oder Schluchten, die sich wiederum im alltäglichen Verhalten, körperlichen Ausdruck und Lebens- Haltung äußern.

Bewegungstherapie kann Erfahrungen über Bewegung wieder zugänglich machen, kann Ressourcen wie auch Störungen „ans Licht“ bringen und zu neuen Handlungsmöglichkeiten verwandeln.

Hier finden Sie verschiedene Beiträge zum Thema Integrative Bewegungstherapie

2008_ IBT und Aggression_A. Reichel (pdf)

2011_ IBT_ Reichel_Petzold (pdf)

2012_Auguste_Reichel_Masterthese_DR_27_Dez_PDF Kopie (pdf)

2014_resonanzen bewegter Ruhestand 268-1071-1-PB (pdf)


Weiterbildungsangebote:

Lehrgang für Bewegungs- und tanztherapeutische Interventionen (Kennwort: Betthi)

Methodenkombination: Integrativen Bewegungstherapie, Kreativer Tanz und psychosoziales BewegungstheaterInhalte und Lernziele

Das eigene Bewegungsverhalten ist Ausgangspunkt für die kreative und bewusste Bewegungsgestaltung, gleichzeitig werden neue Ausdrucksmöglichkeiten erfahren und ergänzen den persönlichen Ausdruck.

Im Kreativen Tanz werden die Bewegungsqualitäten Raum, Zeit, Kraft spielerisch und bewusst erfahren und ausgedrückt.

In der Integrativen Bewegungs- und Leibtherapie (IBT) wird Bewegung als Ausdruck des ganzen Menschen verstanden und phänomenologisch eingesetzt.

Im psychosozialen Bewegungstheater werden die persönlichen und sozialen Themen gestaltet und dargestellt.Der Lehrgang „Betthi“ Bewegungs-und tanztherapeutische Interventionen und psychosoziales Bewegungstheater bietet eine Grundlage für Bewegungsbeobachtung, Diagnostik und Begleitung sowie kreative Gestaltung von Gruppen-und Einzelprozessen.Die Methoden sind in der Gesundheitsbildung, Persönlichkeitserziehung, Psychotherapie, Bewegungs- und Tanztherapie sowie in der Bühnenarbeit und anwendbar.

Psychische und physische Belastbarkeit ist erwünscht, diese Weiterbildung ist nicht als Therapieersatz gedacht.

Workshop Mutprobe November 2016 Improtheater zu Zivilcourage (pdf)

Bewegungs-und-tanztherapeutische-Interventionen (pdf)

Anmeldungen unter www.oegit.at